Studie zu „versteckten sexuellen Fantasien“

Ich möchte hier über eine aktuelle Studie informieren. Im P-Punkte-Forum wurde die Studie „Hidden Sexual Fantasies“ der Universität Bonn diskutiert. Auf die dort erhobene Kritik an den Fragestellungen wurde rasch reagiert und das Problem behoben1. Dennoch gibt es auch Kritik.

Die Studie fragt ausführlich 22 Arten sexueller Fantasien ab, darunter Pädophilie und Hebephilie, und das zugehörige Empfinden und Verhalten. Zusätzlich eine lange Liste an Items, die eine Selbsteinschätzung ergeben (wie etwa „Ich denke gewöhnlich gründlich nach bevor ich entscheide“) und einige demographische Daten. Das alles natürlich anonym.

Lobend ist zu erwähnen, dass es sogar eine flexible Ergänzungskategorie gibt: ist man durch die 22 vorgegebenen Paraphilien durch, begrüßt einen die Frage „Haben Sie weitere sexuelle Vorlieben oder Fantasien, die in unserem Fragebogen nicht vorkamen und die Sie als eher ungewöhnlich oder selten beschreiben würden?“ und es gibt die Möglichkeit noch eine Fantasie zu ergänzen.

Als Kritikpunkte bleiben:

  • Die Beteiligung eines Herrn Rainer Banse, der laut Sirius und https://birvp.de/methodische-stellungnahmen/ für ein zweifelhaftes sexuelles Präferenzscreening wirbt (und damit Geld verdient) um Pädophile aus diversen Berufen rauszuhalten.
  • Die Studienersteller schätzen, die Teilnahme dauere circa 20-40min. Das ist leider eine grobe Untertreibung. Allein das Durchlesen aller Fragen dürfte mindestens 40min dauern, geschweige denn die Beantwortung. Ich selbst brauchte fast 2 Stunden für die Bearbeitung.
  • Es gibt keinen Zurück-Button um zu korrigieren falls man auf einer vorhergehenden Seite etwas vergessen oder falsch verstanden hat.

Alles in allem sehe ich eine sehr interessante Studie, die auch einige meiner Leser*innen interessieren dürfte.


  1. Zu jeder Fantasie gibt es die Fragestellung „Wie häufig haben Sie in Ihrem Leben entsprechendes sexuelles Verhalten gezeigt?“. Zunächst war nicht klargestellt worden, ob man hier auch nach sexuellen Masturbationsfantasien fragt. Beim Thema Pädophilie wäre dann unklar ob nach der Masturbationshäufigkeit zu pädophilen Fantasien oder nach Kindesmissbrauch gefragt würde. Nach einem Hinweis auf dieses Problem wurde die Fragestellung sofort konkretisiert. 

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