Ich möchte hier über eine aktuelle Studie informieren. Im P-Punkte-Forum wurde die Studie „Hidden Sexual Fantasies“ der Universität Bonn diskutiert. Auf die dort erhobene Kritik an den Fragestellungen wurde rasch reagiert und das Problem behoben1. Dennoch gibt es auch Kritik.
Die Studie fragt ausführlich 22 Arten sexueller Fantasien ab, darunter Pädophilie und Hebephilie, und das zugehörige Empfinden und Verhalten. Zusätzlich eine lange Liste an Items, die eine Selbsteinschätzung ergeben (wie etwa „Ich denke gewöhnlich gründlich nach bevor ich entscheide“) und einige demographische Daten. Das alles natürlich anonym.
Lobend ist zu erwähnen, dass es sogar eine flexible Ergänzungskategorie gibt: ist man durch die 22 vorgegebenen Paraphilien durch, begrüßt einen die Frage „Haben Sie weitere sexuelle Vorlieben oder Fantasien, die in unserem Fragebogen nicht vorkamen und die Sie als eher ungewöhnlich oder selten beschreiben würden?“ und es gibt die Möglichkeit noch eine Fantasie zu ergänzen.
Als Kritikpunkte bleiben:
Alles in allem sehe ich eine sehr interessante Studie, die auch einige meiner Leser*innen interessieren dürfte.
Zu jeder Fantasie gibt es die Fragestellung „Wie häufig haben Sie in Ihrem Leben entsprechendes sexuelles Verhalten gezeigt?“. Zunächst war nicht klargestellt worden, ob man hier auch nach sexuellen Masturbationsfantasien fragt. Beim Thema Pädophilie wäre dann unklar ob nach der Masturbationshäufigkeit zu pädophilen Fantasien oder nach Kindesmissbrauch gefragt würde. Nach einem Hinweis auf dieses Problem wurde die Fragestellung sofort konkretisiert. ↩
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