Im vergangenen Dreivierteljahr haben sich Leon S. Kennedy und ich wiederholt mit Caspar und NewMan zusammengesetzt, um die Kritik des SuH-Teams an der Aufarbeitung der Konflikte zwischen uns auf meinem Blog fair zu besprechen. Darüber berichtete ich hier, hier und hier. Dabei arbeiteten wir heraus, wo eindeutig Änderungsbedarf bestand, und überarbeiteten im nächsten Schritt die betreffenden Beiträge entsprechend. Diesen Vorgang und das Drumherum wollen wir hier (hoffentlich abschließend) zusammenfassen und gleich zu Beginn die Frage beantworten, die SuH mehrmals stellte: Warum halten wir eine öffentliche Aufarbeitung überhaupt für sinnvoll?
Die 4 Texte, um die es bei der Kritik geht:
In einem Selbsthilfeprojekt, das im deutschsprachigen Raum das größte und bekannteste seiner Art ist und historisch viel Wert auf ein möglichst professionelles Vorgehen gelegt hat – von dem für viele Hilfesuchende viel abhängt –, braucht es hohe Standards, Ehrlichkeit und Transparenz. Da stehen Leon und ich voll dahinter. Man muss sich aber auch nicht selbst geißeln oder Kollegen in die Pfanne hauen aufgrund persönlicher Differenzen, indem man interne Probleme an die große Glocke hängt. In der Selbsthilfe haben wir mit Menschen zu tun, die ein teils enormes Sicherheitsbedürfnis mitbringen und die in ihrem Vertrauen und der Fähigkeit Hilfe anzunehmen teils unglaublich leicht zu irritieren sind. Wie und wo man den „goldenen Mittelweg“ dazwischen für die eigene Organisation und Plattform wählt – dazu hat sicher jeder unterschiedliche Ansichten.
Fakt ist aber auch, dass gute Absichten zum Schutz einer Sache so weit ausgelegt werden können, dass unvertretbare Vorgänge gedeckt werden. Wo zieht man die Grenze?
Ein früher Schritt auf dem Weg dorthin ist der Punkt, an dem man erstmals merkt, dass man gerade „gute Miene zum bösen Spiel“ macht. Dieser Zustand wird definiert als „etwas Unangenehmes notgedrungen hinnehmen, ohne sich seinen Unmut darüber anmerken zu lassen“1 oder prägnanter als „widerwillig mitmachen“, „seinen Ärger über eine unangenehme Sache nicht zeigen“ oder „eine Zumutung ignorieren, weil man nichts dagegen unternehmen kann“.2 Das ist zweifellos manchmal sinnvoll/nötig zwecks Höflichkeit, Fairness, um diplomatisch zu handeln oder eine Notlage zu ertragen. Es gehört auch zu Professionalität dazu.
Aber es hat einen Haken. Klingen diese Definitionen nach etwas, was gesund wäre, wenn man es langfristig erlebt, oder wenn es um gravierende Dinge geht? Fallen an deinem Arbeitsplatz Überstunden einmal unter den Tisch oder ständig? Ist es ein winziger Splitter, der heute nicht ins Verbandsbuch eingetragen wurde, oder eine Gehirnerschütterung? In der Aufarbeitung von 2024 schrieb ich:
Kein Hauch von einem Problem wird erwähnt, obwohl Leons Weggang eigentlich eine ziemliche Katastrophe für den Verein gewesen ist und eine direkte Folge der anhaltend mangelhaften Kommunikation. Nicht einmal mein Weggang ist dem Team wohl ein Weckruf gewesen, dies in der Zwischenzeit zu verbessern. […] dieses außen-vor-lassen von Leon lief wie gesagt schon sehr lange und ist trotz wiederholter Aufforderungen nicht aufgegeben worden [das sind] zwei Hauptgründe dafür, dass wir diese Probleme jetzt öffentlich ansprechen statt weiterhin nur intern [denn das] brachte ja jahrelang nichts […]
Die Zauberworte sind hier die Größenordnung, die Zeit und ob denn bisher auf interne Kritik gehört wurde.
Wenn man jemanden auffordert doch nach außen zu schweigen und lieber vertraulich sich ans Team zu wenden, dann muss man vorher Vertrauen geschaffen haben, dass dies auch was bringt. Wird klar, dass jenes Team gar nicht angemessen darauf reagiert, ist die Forderung von rein interner Kritik nicht mehr angebracht. Oder wie wirkt es, wenn die Antwort des Teams ist „Es ist alles in Ordnung, du kannst uns vertrauen, dass wir in dieser Sache A, B und C beachtet haben.“ – während man selbst überprüfen kann, dass dem gar nicht so ist?
Dann ist es nicht mehr an der Zeit für die „gute Miene“ und die Rücksicht auf die Sache, die kaputtgehen könnte. Denn das Wesentliche ist dann bereits kaputt. Dann, das sagen Leon und ich ganz klar, gehören solche Dinge an die große öffentliche Glocke.
Es gibt tatsächlich noch viele weitere Details und Dinge, die wir nicht in Ordnung fanden, die wir aber als in den persönlichen Bereich gehörend einordnen oder wo wir eingestehen müssen, etwas mag Ansichtssache sein. Darum geht es weder Leon noch mir. Dies alles mit anzubringen würde aus der „Aufarbeitung“ eine „Schlammschlacht“ machen, die nur Wut und Rachegefühle bedient. Wir haben sehr sorgfältig ausgesiebt, was wir thematisieren und wie. Dinge, die zu groß zum Verstecken sind, die auch andere betreffen oder die noch fortdauern. Deshalb dauerte die Überarbeitung auch so lang. Denn: Wir wollen den Finger nicht in die Wunde legen, damit es wehtut, sondern damit sie endlich genäht wird bevor der Patient noch dran stirbt.
Es fanden Gespräche statt, an denen Leon und ich per Video- bzw. Telefonkonferenz mit NewMan und Caspar als Vertretern von SuH teilnahmen. Wir besprachen einige Kritikpunkte mündlich, erhielten auch Notizen zu konkreten Textpassagen. Zuerst nahm ich auf das dringende Bitten von SuH die betreffenden Texte ganz vom Netz. Als Dank stellten sie einige gelöschte Links zu meinem Blog auf ihren Seiten wieder her. Später, nach einer ersten Durchsicht, stellte ich die unstrittigen Teile der Texte wieder online, nur die kritisierten Textpassagen blieben ausgeblendet. Mein Blog sollte nicht auf unbestimmte Zeit so löchrig bleiben.
In den Gesprächen diskutierten Leon und ich die Kritik mit Caspar und NewMan. Manche Punkte stellten sich als unzutreffend oder irrelevant dar, wir besprachen auch dies mit ihnen. Die übrigen Kritikpunkte recherchierte ich gründlich und begann sie nach und nach im Hintergrund in die ausgeblendeten Textpassagen einzuarbeiten.
Aktualisieren vor Veröffentlichung!
Als ich Ende Oktober damit fertig war, folgte die Abnahme: Leon und ich besprachen die fertigen Entwürfe, nahmen noch letzte Änderungen vor und begannen mit der Veröffentlichung. Da die Gespräche abgebrochen waren, schien es uns unangebracht, das Ergebnis zuvor NewMan und Caspar zur Abnahme vorzulegen. Die überraschende Sperrung meines Accounts im GSA-Forum am 5.12.2025 bestärkte aus meiner Sicht diese Entscheidung. Es war jedoch vorgesehen, ihrerseits Stellungnahmen und Kommentare zu der Aufarbeitung zu veröffentlichen. In welcher Form und wann sie das tun werden ist noch unklar. Wichtig ist: Was ihr jetzt hier auf meinem Blog von der Aufarbeitung lest, ist sowohl von mir als auch von Leon abgesegnet und somit UNSER BEIDER Ansicht. Wir beide stehen geschlossen dahinter.
Ich bin mehrere Jahre lang einem für mich sehr peinlichen Missverständnis aufgesessen: Von 2022 an ging ich – bis dies Anfang 2025 im Gespräch mit NewMan und Caspar aufkam – davon aus, vom Team sei damals eine zwischen uns schriftlich festgelegte Veto-Regelung grob verletzt worden. In dem Fall wäre das übel gewesen, doch ich lag vollkommen falsch. Das war dumm und peinlich, weil ich einfach nur hätte nachlesen müssen.
Daher schulde ich sowohl den Lesern als auch SuH eine Erklärung und eine Entschuldigung. Wie kam das zustande? Ich zitiere mal aus der Moderationsrichtlinie:
1.4. Vorstandssitzungen (nicht nur für GSA relevant sondern für SuH insgesamt)
Der Vorstand besteht derzeit aus 5 Mitgliedern: Caspar, Leon, Max, NewMan und Sirius. Die Vorstandsmitglieder haben im Forum Zugang zum Teamforum auch wenn sie weder Admin noch Mod sind.
Der Vorstand tritt nach Bedarf zu Treffen zusammen und hat die Aufgabe die Arbeit der Projektteams zu unterstützen und im Sinne der Ziele von SuH zu lenken. Ein Vorstandmitglied kann eine Sitzung einberufen und sie sollte dann möglichst zeitnah und möglichst mit allen Vorstandsmitgliedern stattfinden. Ist dies nicht rechtzeitig möglich ist der Vorstand ab drei Anwesenden entscheidungsfähig. Die anderen können zur Not jeweils einzeln verbal oder schriftlich informiert werden und sich nachträglich einbringen, wenn sie wollen.
Der Vorstand hat als Aufsichtsgremium ein Veto-Recht über alle Entscheidungen der Unterteams der einzelnen Projekte von SuH.
Findet mindestens ein Vorstandsmitglied eine Projektteam-Entscheidung so falsch, dass sie dringend korrigiert werden sollte, kann es eine Sitzung einberufen. Die Situation wird zunächst nach Bedarf auch mit den betroffenen Mitgliedern der Projektteams erörtert, damit alle Vorstandsmitglieder im Bilde sind und deren Gedanken nicht untergehen. Der Vorstand entscheidet dann mehrheitlich ob die Entscheidung des Projektteams gekippt werden sollte oder nicht. Falls ja kann er das jeweilige Projektteam beauftragen neu zu entscheiden oder die Entscheidung stattdessen selbst treffen. Es können sich auch einzelne Vorstandsmitglieder nach eigenem Ermessen aus einer bestimmten Entscheidung heraushalten. Etwa wenn sie sich in der Sache nicht für kompetent halten.
Das Einspracherecht betraf also a) nur Entscheidungen der Unterteams (wie etwa dem des GSA-Forums, von Shadows Project oder künftiger Unterprojekte) und b) das einzelne Vorstandsmitglied konnte nur eine Überprüfung durch den Vorstand auslösen, der dann gemeinsam ein Veto hätte beschließen können.
Ich hatte jedoch fälschlich in Erinnerung, es sei stattdessen ein umfassendes Notfall-Vetorecht jedes einzelnen Vorstandsmitglieds gegen Aktivitäten des Vereins gewesen, das dann von einer ordentlichen Vorstandssitzung hätte geprüft und aufgehoben werden können. Ich bitte um Entschuldigung.
Denjenigen, die bei „umfassendem Vetorecht für Einzelpersonen“ sofort an Machtmissbrauch denken, antworte ich in einem kurzen Zusatzkommentar um hier nicht vom Hauptthema abzulenken.
Mein erster Einspruch hinsichtlich der Formulierung des Schreibens (lieber zu mahnen und Probleme aufzuzeigen als zu fordern) wurde von Caspar und NewMan dankenswerterweise beachtet. Mein zweiter Einspruch, den ich einlegte, als ich den Eindruck gewann, meine Teamkollegen verloren unter dem Zeitdruck die Professionalität, wurde übergangen. Ich kann das heute besser verstehen, sehe jedoch weiterhin nicht, dass Not bestand und es angebracht gewesen ist, die Sache dem Teammitglied vorzuziehen. Einige Details des Vorgehens fand ich persönlich sehr abwertend und verletzend, andere sogar vereinsrechtlich problematisch, aber das kann heute niemand mehr verlässlich rekonstruieren.
Was ich mir gewünscht hätte, wäre die Anerkennung dessen, dass es nicht um Leben und Tod ging, sowie etwas mehr Ruhe im Vorgehen – etwa, indem man die Unterzeichnung „im Namen des Vereins“ als möglichen Kompromiss weggelassen hätte. Das hätte deeskalierend gewirkt und dem Schreiben keinen Abbruch getan sondern eventuell sogar viel dramatischer so aussehen können:
Hochachtungsvoll
Caspar Ibichei (Vorstand Schicksal und Herausforderung e.V.)
NewMan (Vorstand Schicksal und Herausforderung e.V.)
Markus (Schicksal und Herausforderung e.V.)
Mascha (Schicksal und Herausforderung e.V.)
Gilgamesh (Online-Aktivist)
Ich selber finde beschämend und traurig, dass ich die Veto-Regelung nicht nachgelesen habe, wie sehr das meine Bewertung der Situation verdreht hat und wie sehr dies den Konflikt mit meinem alten Team aufgeheizt hat. Die Geschehnisse finde ich auch ohne diese Regelung schlimm, doch fügte dies einen unnötigen und unfairen Nachdruck hinzu. Das tut mir sehr leid und ich hoffe, dies inzwischen konsequent aus meinen Texten rauseditiert zu haben.
Mitte 2024 ist Shadows Project plötzlich vom Netz gegangen. Auslöser waren beträchtliche Unstimmigkeiten über den Umgang und die Verfahrensweise eines SuH-Teammitglieds mit unserem geistigen Eigentum (siehe hier). Dem vorausgegangen war wohl auch das Missverständnis, ich hätte mich mit dem Austritt aus dem Team auch von SP abgewandt.

Das konnte insofern geklärt werden, dass sich Caspar und NewMan im Gespräch gegenüber Leon und mir im Namen des Teams ausdrücklich von Markus' Vorgehen distanziert haben: Das sei weder in ihrem Sinn gewesen noch wissentlich toleriert worden, da ihnen weder der Ablauf noch die Absprachen zu der Zeit bekannt gewesen seien. Sie baten um Entschuldigung.
Leon und ich finden das glaubhaft und betrachten dieses Thema zwischen SuH und uns damit als abgeschlossen.
Die entsprechenden Textstellen wurden teils ein wenig überarbeitet und wieder eingestellt.
Bitte – und das ist wirklich ernst gemeint – geht euer Kommunikationsproblem an!
Ansonsten hatten NewMan und Caspar noch andere Dinge angeführt, die sie etwa als „ehrenrührig“ oder als faktisch falsch ansahen. Ich habe, um dem entgegenzukommen, unnötige Details entfernt und mich sonst bemüht sachlicher zu formulieren, um den Fokus von der Person weg und stärker auf die Sache zu lenken.
Aus der Kategorie „faktisch falsch“ konnte ich nach Überprüfung allerdings nur mit einer weiteren Sache mitgehen, nämlich dass Mascha im Forum meinem Veto nicht voll zugestimmt sondern nur im Sinne von „Ja wäre normalerweise besser aber jetzt ist ja zu wenig Zeit“ beigepflichtet hatte. In Verständigungsversuch II habe ich dazu alles geschrieben. Kurz: Ich fand meine ursprüngliche Formulierung zwar nicht unzutreffend, habe aber die betreffende Textstelle so ergänzt, dass auch diese Nuance jetzt deutlich werden sollte.
Die übrigen Punkte aus dieser Kategorie haben Leon und ich gewissenhaft überprüft und sind nach der Diskussion mit NewMan und Caspar zu dem Schluss gekommen: da war nichts falsch dargestellt. Einzig darüber, ob zum Streit um den Brief an die Landesjustizminister*innen eine Vorstandssitzung stattgefunden habe, kann man sich vage streiten: falls man einen Vorstand, der nacheinander 2 andere abtelefonierte und separat mit ihnen sprach als „gültige Vorstandssitzung“ zählen möchte, weil eine Sitzung mit 3 Anwesenden als entscheidungsfähig gilt … nun ja, ich kann da nur drüber schmunzeln und das klar ablehnen.
Da man mich bat, auch auf eigene Anteile an den großen Konflikten einzugehen, habe ich im dritten Beitrag einen Abschnitt dazu ergänzt. Zusammenfassend könnte man sagen: Heute denke ich, ich war schon immer ein guter Planer und einer, der Systeme baut, aber nie ein guter „Chef“.
Tl;dr: Ich spreche in Bezug auf SuH viel von Kommunikation. Nun bin ich tatsächlich selbst darin bei Weitem kein Genie: ich kommuniziere offen und direkt – es ist schwer genug, das allein zu erreichen – aber mir gelingt es bei weitem nicht immer auch nett und verständnisvoll anzukommen. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und die stelle ich auch an andere. So war es in der Selbsthilfe mein Ziel für das Team, möglichst professionell bei allem vorzugehen (so wir das als Laien eben konnten) da davon auch das Wohlergehen anderer Menschen abhängt. Nach der Devise „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht“ gewachsene Grundsätze und Standards der Arbeit durchzusetzen. Das, so habe ich gelernt, stößt nicht auf viel Gegenliebe. Außerdem habe ich leider meine letzte Beziehung zu viel Raum einnehmen lassen, was die Spannungen im Team noch verschlimmert hat.
Die Verständigung lief „holprig“, war nicht frei von Eskalationen und verletzten Gefühlen und letztendlich brach sie ab. Aber sie hat in meinen Augen zu qualitativ besseren Blogbeiträgen geführt. Dafür: Danke. Gefallen werden sie dem SuH-Team vermutlich dennoch nicht, ich hoffe jedoch, dass die Gemüter nun abkühlen können. Ich sehe ein Abkühlen bei Leon und mir bereits. Wichtig wäre mir ein faires Miteinander und ein Ende des lächerlichen sich-gegenseitig-nicht-verlinkens.
Wenn ich Caspar und NewMan recht verstanden habe, wollen sie auch noch Gegendarstellungen zu manchen Streitpunkten verfassen. Das bleibt ihnen natürlich freigestellt, solange sie sich an die Wahrheit halten und damit leben können, dass Leon und ich mit ebensolchen Adleraugen darauf achten werden wie sie bei meinem Blog.
Ich möchte dieses Kapitel gern bald abschließen können. Es hat schon viel zu viel Arbeit, Zeit und Nerven gekostet, doch es war auch wichtig, Fehler und eigene Anteile zu reflektieren. Die unschönen Dinge, wie dieser Konflikt und das Bemühen um eine Verständigung obwohl man eigentlich die Nase längst voll hat, gehören auch zu dem, worauf unsere Zukunft aufbaut. Ohne diese Vergangenheit (in angebrachtem Rahmen) offen anzusprechen würde jede künftige Zusammenarbeit mit der internationalen Community auf Unehrlichkeit fußen. Sie bekäme einen Beigeschmack und würde auf Dauer instabil.
Was Leon und ich uns vom früheren Team wünschen, ist eine offenere Aufarbeitung. Traut eurer Nutzerschaft zu, zu erkennen, dass Fehler passiert sind. Ihr habt mich aufgefordert, meine eigenen Fehler ehrlich zu betrachten. Wenn dies eure Haltung ist, dann schaut bitte auch auf eure Kommunikation und darauf, wie gravierende Konflikte und Brüche im Team nach außen oft auf Formulierungen wie „XY hat sich entschieden zu gehen“ oder „aus persönlichen Gründen“ reduziert wurden – was andere unter Druck setzt, ihre Trauer und Irritation zu verbergen. Das ständige Berufen auf Interna und die Angst vor Verunsicherung des Klientels – das ist keine Fehlerkultur, sondern ihr Gegenteil.
Letztendlich bleibt meine Einschätzung im Kern dieselbe: Ich sehe den Kurs von Schicksal und Herausforderung sehr kritisch. Ich halte das Verhalten Leon und mir gegenüber für Mobbing. Und ich beobachte, wie der positive Einfluss von SuH, den viele – darunter Marco, NewMan, Anne, Leon, Lisa, ich und natürlich auch sie selbst – gemeinsam aufgebaut haben, zunehmend verloren geht.